Tanzfotografie
Auf dieser Seite: Tanz braucht Fotografie · Auf der Bühne oder Inszeniert · Studio, Bühne oder Irgendwo · Sicherlich gibt es noch viele Fragen
Tanz braucht die Fotografie und manchmal braucht Fotografie den Tanz
Tanz ist wunderschön, aber vergänglich. Fotografie kann helfen, Erinnerungen wachzuhalten, Aufführungen zu dokumentieren oder einen einzelnen Moment sichtbar zu machen. Dabei ist Tanzfotografie genauso vielfältig wie der Tanz selbst: vom großen Theater über die Vorstellung einer Ballettschule bis zu einer Aufführung unter freiem Himmel. Immer geht es darum, etwas von den Bewegungen, Momenten und Stimmungen festzuhalten.
Auf dieser Seite geht es aus dem unendlich großen Universum des Tanzes vor allem um zwei Bereiche: Bühnentanz und inszenierte Tanzfotografie.
Beim Bühnentanz fotografiere ich eine Choreografie, die bereits existiert. Ich beobachte mit der Kamera und versuche, etwas von ihrem Charakter und ihrer Stimmung festzuhalten. Je nachdem, ob es sich um ein großes Theater, die Vorstellung einer Ballettschule oder eine Tanzaufführung in der Natur handelt, ist die fotografische Aufgabe immer wieder eine andere. Auch die Erwartungen an die Bilder können sehr unterschiedlich sein: Ein Theater braucht vielleicht Fotos für Pressearbeit oder ein Plakat, die Eltern eines Kindes möchten eine schöne Erinnerung an eine Aufführung. Bei der Bühnenfotografie ist deshalb eine der wichtigsten Fragen, wofür und für wen die Bilder eigentlich entstehen.
Bei der inszenierten Tanzfotografie ist vieles anders. Hier kommt es nicht auf eine vollständige Choreografie an, sondern auf den Moment, den die Kamera festhält. Was davor oder danach geschieht, sieht man später nicht. Deshalb können Fotograf und Tänzerinnen oder Tänzer gemeinsam überlegen, was entstehen soll, welche Bewegung funktioniert, wie der Raum genutzt wird und wie zum Beispiel das Licht aussehen soll. Während ich bei einer Aufführung oft nur eine einzige Chance für einen bestimmten Moment habe, lässt sich bei einem inszenierten Shooting vieles planen, wiederholen und weiterentwickeln.
Auf dieser Website möchte ich Erfahrungen aus beiden Bereichen weitergeben. Dabei geht es nicht nur um Fotografie im technischen Sinn, sondern auch um die Zusammenarbeit zwischen Menschen: Tänzerinnen und Tänzer, Choreografinnen und Choreografen, Ballettschulen, Theater, Lichttechnikerinnen und Lichttechniker und natürlich Fotografierende bringen jeweils ihren eigenen Blick mit.
Ich möchte zeigen, wie Bilder entstehen, welche Überlegungen dabei eine Rolle spielen und was sich aus vielen Jahren Praxis ergeben hat. Deshalb finden sich hier neben Fotografien auch Geschichten, Beispiele und Hinweise zu ganz unterschiedlichen Themen der Tanzfotografie.
Vielleicht entsteht daraus einfach eine interessante Information, vielleicht eine neue Bildidee oder irgendwann auch eine Zusammenarbeit. Über eine Nachricht freue ich mich jedenfalls immer.
Auf der Bühne oder Inszeniert
Gute Bühnenfotografie funktioniert eigentlich nur mit einem Konzept vorher. Nicht nur, dass es hilfreich ist, eine Vorstellung davon zu haben, was überhaupt auf der Bühne passiert, es ist auch entscheidend zu wissen, was mit den Bildern passieren soll. Wenn die Bilder von der Intendantin eines Theaters oder von dem Choreografen eines Stückes gebraucht werden, ist das ganz anders, als wenn sie aktuell für die Berichterstattung in der Presse verwendet werden sollen. Bei den Galavorstellungen von Ballettschulen ist es wichtig, nach Möglichkeit von jedem Beteiligten auf der Bühne ein ansprechendes Bild zu machen, in Theatern hingegen eher von den Solisten oder vom Ensemble als Gruppe.
Bei der Fotografie von Choreografien muss man sich als Fotograf auch bewusst sein, dass man mit den Fotos so etwas wie die Erinnerungshoheit hat. Wenn man von einem langen Stück nur die spektakulären Sprünge fotografiert und alles andere außen vor lässt, kann es schnell passieren, dass sich das Erlebnis eines Zuschauers oder die Idee der Choreografie in den Fotos nicht mehr wiederfindet.
Bei der Bühnenfotografie ist das Unerwartete auch immer eine besondere Herausforderung. Nicht nur, dass man die Choreografie nicht kennt und erahnen muss, was gleich Besonderes passieren könnte. Auch das Bühnenbild und vor allem das Licht können einen vor besondere Herausforderungen stellen. LED- oder Beamerlicht erfordern zum Beispiel eine besondere Beachtung der physikalischen Eigenschaften der jeweiligen Lichtquelle.
Beispiele für Bühnenfotografie zeigen meine kleinen Stories zu „Füße unterm Tisch“ und „THE TRUTH“. Ich werde diese Beispiele immer mal wieder ergänzen und auch mehr über die technischen Seiten informieren.
Bei der inszenierten Fotografie ist alles ganz anders. Man kann als Fotograf auch Bühnenbildner, Choreograf oder Beleuchter sein. Es liegt an einem selbst, was man wie fotografiert und wie groß man sein Team machen möchte. Das Wesentliche ist aber, dass man sich mit den tanzenden Menschen genau abstimmen kann, was wann und wo passiert. Man muss also vieles nicht dem Zufall überlassen, sondern kann planen.
Häufig kommen Tänzerinnen oder Tänzer zu mir, die Fotos zum Beispiel für Bewerbungen brauchen oder ihre aktuelle Leistungsfähigkeit in guten Bildern dokumentiert haben möchten. Dazu gibt es hier die deutsche Seite Auditionfotografie und die englischsprachige Seite Audition Photography mit detaillierten Informationen.
Ich habe gerade den Begriff „gute Fotos“ benutzt. Es ist allerdings ganz und gar nicht eindeutig, was man als ein „gutes Tanzbild“ bezeichnen kann. Die Sicht des fotografierenden und die Sicht des tanzenden Menschen können gänzlich unterschiedlich sein. Während mich als Fotograf das gute Licht begeistert, kann für die Tänzerin eine falsche Handhaltung das Bild unbrauchbar machen. Beide Seiten können viel lernen und Kommunikation ist bei der inszenierten Fotografie das A & O. Es fängt schon mit den Beispielen an. Wenn eine Tänzerin einem Fotografen ein Beispielbild zeigt, sieht er häufig zuerst das Licht oder die Umgebung, während die Tänzerin eigentlich die Pose meint. Kommunikation ist wirklich wichtig.
Für die inszenierte Fotografie hilft eine gute Vorbereitung. [Hier dazu ein paar Informationen.]
Und hier zeige ich, [wie man ein Tanzstudio in ein Fotostudio verwandeln kann.]
Studio, Bühne oder irgendwo draußen
So vielfältig wie der Tanz ist, so vielfältig sind auch die Orte, an denen getanzt wird. Tanz gehört zur menschlichen Kultur, und getanzt wird deshalb überall: in der Küche oder auf der Bühne, im Studio oder am Strand. (Studierende der Palucca Hochschule für Tanz auf Hiddensee)
Sogar ein Museum kann zum Ort für Tanz werden, wie bei einer besonderen Ausstellung von Sasha Waltz und ihrem Ensemble im ZKM Karlsruhe.
Und manchmal macht es einfach Spaß, mit Tänzerinnen und Tänzern ein größeres gemeinsames Projekt an einem besonderen Ort zu entwickeln. Zum sehr vielfältigen Projekt "Abgehoben in Bruchsal" findest du hier eine längere Story.
Mehr rund um die Tanzfotografie
Auf dieser Seite geht es um einige grundlegende Themen der Tanzfotografie. Viele weitere Erfahrungen und praktische Hinweise haben sich inzwischen an ganz unterschiedlichen Stellen meiner Website angesammelt.
Auf der Seite WISSEN & WORKSHOPS habe ich begonnen, diese Themen zusammenzuführen. Dort finden sich kurze Erklärungen und Links zu Beiträgen über Audition-Fotografie, Bühnen- und Backstage-Fotografie, Vorbereitung und Kommunikation beim Tanzshooting, Bewegungsunschärfe, Generalproben und weitere Themen aus der Praxis.
→ Tipps und Erfahrungen zur Tanzfotografie
Wer lieber anhand konkreter Projekte sehen möchte, wie meine Bilder entstehen, findet unter Stories & Projekte viele Beispiele aus Shootings, Bühnenproduktionen und freien Projekten.
Tanz, freie Projekte
Bei freien Projekten mit Tänzern und anderen Künstlern, wie Akrobaten oder Feuerkünstlern entstehen oft phantastische Bilder. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt und man kann den Inspirationen und Ideen freien Lauf lassen. Diese Bilder zeige ich gerne in meinen Ausstellungen.
Drei Beispiele: "Am Strand" zeigt Bilder mit Studierenden der Palucca Hochschule für Tanz auf der Ostsee Insel Hiddensee. Mehr in der Galerie ...
"In einer Stadt" zeigt Tanzfotografien im urbanen Raum in Karlsruhe, Dresden, Berlin und an anderen Orten. Mehr in der Galerie ...
"Abgehoben in Bruchsal", ein vielfältiges Projekt mit Tänzerinnen, Tänzern, Akrobaten und einem Feuerkünstler in einer Stadt. Hier dazu die Story.
Galerie Tanz am Strand
Galerie Tanz in der Stadt, urban dance
Am Strand
Bei Improvisationen am Strand gibt es keine Generalprobe, da bleibt nur der Moment.
Die Palucca-Hochschule für Tanz aus Dresden ist jedes Jahr zu einer Tanzwoche auf der Insel Hiddensee. Ich habe seit einigen Jahren das Glück, diese Zeit mit meiner Kamera zu begleiten. Die studierenden der Hochschule für Tanz zeigen Choreographien und Improvisationen am Strand, in der Heide, am Leuchtturm ...
Für das Jahr 2017 gibt es einen Kalender aus diesen Projekten: Palucca Tanzt auf Hiddensee 2017
Im Museum
Vom 28. September 2013 bis 30. Januar 2014 gab es von der Choreografin Sasha Waltz die phantastische Ausstellung "Installationen Objekte Performances" in einem Museum, im ZKM in Karlsruhe. Museum und Tanz - eigentlich ein Widerspruch. Hier war es absolut gelungen den Tanz als Erlebnis in den Räumen des ZKM zu inszenieren. Ich hatte das Glück, bei der Generalprobe und der Eröffnung für das ZKM und für die Compagnie Fotos zu machen. Etliche Bilder finden sich in dem Buch zur Ausstellung.
Galerie Bühnenfotografie
Galerie "Installationen Objekte Performances" von Sasha Waltz
Dankenswerte Freigabe zur Nutzung der Bilder durch die Sasha Waltz Compagnie