Gute Tanzfotos beginnen vor dem Shooting
Tipps zur Vorbereitung aus Sicht einer Tänzerin und eines Fotografen
Wenn Tänzerinnen und Tänzer zu einem Shooting kommen, beginnt die Arbeit an den Bildern eigentlich schon lange vor dem ersten Foto. Welche Aufnahmen werden gebraucht? Welche Bewegungen möchte ich zeigen? Was ziehe ich an? Und welche Posen oder Sprünge sollte ich vorher vielleicht noch einmal ausprobieren?
Gerade bei Audition- und Bewerbungsfotos ist eine gute Vorbereitung wichtig. Aber auch bei einem freien Tanzshooting hilft es enorm, sich vorher Gedanken darüber zu machen, welche Bilder entstehen sollen. Je klarer die eigenen Vorstellungen sind, desto mehr Zeit bleibt beim Shooting für das, was sich nicht planen lässt: neue Ideen, spontane Bewegungen und gemeinsames Ausprobieren.
Zwei unterschiedliche Perspektiven
Gemeinsam mit der Tänzerin und Choreografin Sarah Kiesecker habe ich deshalb einige Hinweise und Empfehlungen für die Vorbereitung auf ein Tanzshooting zusammengestellt.
Dabei betrachten wir das Shooting aus zwei unterschiedlichen Richtungen. Sarah kennt die Anforderungen und Erfahrungen aus der Perspektive der Tänzerin und Choreografin. Ich sehe als Fotograf, was sich vor einem Termin gut vorbereiten lässt und an welchen Stellen Vorbereitung später vor der Kamera einen Unterschied macht. Dabei geht es nicht darum, vor dem Shooting schon jedes Bild festzulegen. Im Gegenteil: Eine gute Vorbereitung schafft auch die Freiheit, während des Shootings neue Ideen entstehen zu lassen.
Was soll auf den Bildern zu sehen sein?
Eine der wichtigsten Fragen steht ganz am Anfang: Wofür brauche ich die Fotos?
Bei einer Bewerbung können beispielsweise bestimmte Ballettpositionen, Sprünge oder Porträts verlangt werden, während bei einem freien Shooting die eigene Bildidee stärker im Mittelpunkt stehen kann. Für eine Audition sind andere Bilder erforderlich, als für die eigene Website oder Social Media. Auch Tanzstil, persönliche Stärken und die Art, wie man sich selbst zeigen möchte, spielen eine Rolle.
Es lohnt sich deshalb, schon vor dem Termin über Bewegungen, Posen und eigene Bildideen nachzudenken. Auch Kleidung sollte nicht erst unmittelbar vor dem Shooting zum Thema werden.
Und manches, was selbstverständlich klingt, zeigt seine Wirkung erst vor der Kamera. Eine Bewegung, die im Tanz funktioniert, muss nicht automatisch im entscheidenden Bruchteil einer Sekunde auch als Foto funktionieren. Was sich aus tänzerischer Sicht richtig anfühlt, ist nicht immer der Moment, der fotografisch am stärksten wirkt. Gerade deshalb sind beide Perspektiven wichtig. Beides muss passen.
Dafür ist Kommunikation während des Shootings entscheidend. Wenn etwas unklar ist, eine Pose sich nicht richtig anfühlt oder ein bestimmtes Bild wichtig ist, hilft es, das direkt anzusprechen. Denn nach dem Shooting ist es zu spät, Wünsche oder Missverständnisse noch zu klären. Gute Tanzfotos entstehen nicht nur durch Bewegung und Technik, sondern auch durch klare Kommunikation.
Vorbereitung und trotzdem Raum für Neues
Für uns besteht darin kein Widerspruch. Ein Tanzshooting darf vorbereitet sein und trotzdem spontan bleiben.
Wenn grundlegende Fragen vorher geklärt sind, können wir uns beim Fotografieren stärker auf Ausdruck, Bewegung und die Bilder konzentrieren.
Unsere ausführlicheren Hinweise haben Sarah und ich in einem kleinen Leitfaden zusammengestellt. Dort geht es unter anderem um die Auswahl der Bilder, Bewegungen und Posen, Kleidung und weitere praktische Fragen vor einem Tanz- oder Audition-Shooting.
Weitere Filme und Einblicke in meine Tanzfotografie gibt es auf meinem YouTube-Kanal @Tanzfotografie.