Tanzfotografie 2.0
übersicht mit Verzeichnis
Tanz braucht die Fotografie und manchmal braucht Fotografie den Tanz
Tanz ist wunderschön, aber vergänglich. Fotografie kann helfen, Erinnerungen wach zu halten oder zu dokumentieren. Bei Tanz denkt man zuerst vielleicht an Vorstellungen auf Bühnen oder an Tanz bei privaten Feiern. So vielfältig wie die Bühnen sind, vom großen Theater bis zum Strand, oder so vielfältig wie der private Tanz ist, so vielfältig ist auch die Tanzfotografie. Immer geht es darum, das Besondere der Bewegungen, Momente und Stimmungen festzuhalten.
Auf dieser Seite schreibe ich aus dem unendlich großen Universum des Tanzes nur über Bühnentanz und inszenierten Tanz. Beim Bühnentanz geht es um Choreografien, die ich als Fotograf mit meiner Kamera „nur beobachte“ und bei denen ich versuche, eine Essenz festzuhalten. Je nachdem, ob es sich um ein großes Theater, die Vorstellung einer Ballettschule oder eine Tanzaufführung in der Natur handelt, ist die fotografische Aufgabe immer wieder ganz anders. Auch die Wünsche der Menschen, die die Bilder haben möchten, unterscheiden sich sehr stark: Ein Theater braucht vielleicht Bilder für ein Plakat, die Oma eines Kindes möchte eine schöne Erinnerung an eine Schulaufführung. Bei der Bühnenfotografie ist es daher immer wichtig, sich genau zu überlegen, wofür oder für wen man die Bilder eigentlich macht.
Bei der inszenierten Tanzfotografie ist es ganz anders. Es kommt nicht mehr auf eine ganze Choreografie an, sondern nur auf den Moment, der von der Kamera festgehalten wird. Alles, was davor oder danach passiert, sieht man nicht. Bei der inszenierten Fotografie kann man daher als Fotograf gemeinsam mit den tanzenden Menschen überlegen, was man machen möchte und wie zum Beispiel das Licht aussehen soll. Während man bei der Bühnenfotografie der Jäger ohne eine zweite Chance ist, kann man bei der inszenierten Fotografie genau planen und gegebenenfalls auch Posen oder Sprünge wiederholen und optimieren.
Auf dieser Homepage zur Tanzfotografie berichte ich über diese beiden Bereiche der Tanzfotografie. Ich möchte in kleinen Geschichten und Beispielen zeigen, was ich gemeinsam mit den Menschen vor der Kamera mache, einige Grundlagen rund um die Tanzfotografie vermitteln und natürlich auch neugierig machen und motivieren, vielleicht mal selbst vor meiner Kamera zu stehen.
Ich wünsche Ihnen daher viel Spaß beim Stöbern und würde mich über eine Nachricht von Ihnen freuen.
Auf der Bühne oder Inszeniert
Gute Bühnenfotografie funktioniert eigentlich nur mit einem Konzept vorher. Nicht nur, dass es hilfreich ist, eine Vorstellung davon zu haben, was überhaupt auf der Bühne passiert, es ist auch entscheidend zu wissen, was mit den Bildern passieren soll. Wenn die Bilder von der Intendantin eines Theaters oder von dem Choreografen eines Stückes gebraucht werden, ist das ganz anders, als wenn sie aktuell für die Berichterstattung in der Presse verwendet werden sollen. Bei den Galavorstellungen von Ballettschulen ist es wichtig, nach Möglichkeit von jedem Beteiligten auf der Bühne ein ansprechendes Bild zu machen, in Theatern hingegen eher von den Solisten oder vom Ensemble als Gruppe.
Bei der Fotografie von Choreografien muss man sich als Fotograf auch bewusst sein, dass man mit den Fotos so etwas wie die Erinnerungshoheit hat. Wenn man von einem langen Stück nur die spektakulären Sprünge fotografiert und alles andere außen vor lässt, kann es schnell passieren, dass sich das Erlebnis eines Zuschauers oder die Idee der Choreografie in den Fotos nicht mehr wiederfindet.
Bei der Bühnenfotografie ist das Unerwartete auch immer eine besondere Herausforderung. Nicht nur, dass man die Choreografie nicht kennt und erahnen muss, was gleich Besonderes passieren könnte. Auch das Bühnenbild und vor allem das Licht können einen vor besondere Herausforderungen stellen. LED- oder Beamerlicht erfordern zum Beispiel eine besondere Beachtung der physikalischen Eigenschaften der jeweiligen Lichtquelle.
Beispiele für Bühnenfotografie zeigen meine kleinen Stories zu „Füße unterm Tisch“ und „THE TRUTH“. Ich werde diese Beispiele immer mal wieder ergänzen und auch mehr über die technischen Seiten informieren.
Bei der inszenierten Fotografie ist alles ganz anders. Man kann als Fotograf auch Bühnenbildner, Choreograf oder Beleuchter sein. Es liegt an einem selbst, was man wie fotografiert und wie groß man sein Team machen möchte. Das Wesentliche ist aber, dass man sich mit den tanzenden Menschen genau abstimmen kann, was wann und wo passiert. Man muss also vieles nicht dem Zufall überlassen, sondern kann planen.
Häufig kommen Tänzerinnen oder Tänzer zu mir, die Fotos zum Beispiel für Bewerbungen brauchen oder ihre aktuelle Leistungsfähigkeit in guten Bildern dokumentiert haben möchten. Dazu gibt es hier die deutsche Seite Auditionfotografie und die englischsprachige Seite Audition Photography mit detaillierten Informationen.
Ich habe gerade den Begriff „gute Fotos“ benutzt. Es ist allerdings ganz und gar nicht eindeutig, was man als ein „gutes Tanzbild“ bezeichnen kann. Die Sicht des fotografierenden und die Sicht des tanzenden Menschen können gänzlich unterschiedlich sein. Während mich als Fotograf das gute Licht begeistert, kann für die Tänzerin eine falsche Handhaltung das Bild unbrauchbar machen. Beide Seiten können viel lernen und Kommunikation ist bei der inszenierten Fotografie das A & O. Es fängt schon mit den Beispielen an. Wenn eine Tänzerin einem Fotografen ein Beispielbild zeigt, sieht er häufig zuerst das Licht oder die Umgebung, während die Tänzerin eigentlich die Pose meint. Kommunikation ist wirklich wichtig.
Für die inszenierte Fotografie hilft eine gute Vorbereitung. [Hier dazu ein paar Informationen.]
Und hier zeige ich, [wie man ein Tanzstudio in ein Fotostudio verwandeln kann.]
Studio, Bühne oder irgendwo draußen
So vielfältig wie der Tanz ist, so vielfältig sind auch die Orte, an denen getanzt wird. Tanz gehört zur menschlichen Kultur, und getanzt wird deshalb überall: in der Küche oder auf der Bühne, im Studio oder am Strand. (Studierende der Palucca Hochschule für Tanz auf Hiddensee)
Sogar ein Museum kann zum Ort für Tanz werden, wie bei einer besonderen Ausstellung von Sasha Waltz und ihrem Ensemble im ZKM Karlsruhe.
Und manchmal macht es einfach Spaß, mit Tänzerinnen und Tänzern ein größeres gemeinsames Projekt an einem besonderen Ort zu entwickeln. („Abgehoben in Bruchsal“)
Sicherlich gibt es noch viele Fragen
Tanzfotografie besteht für mich aus weit mehr als Kamera, Objektiv und Belichtungszeit. Bewegung verstehen, Licht sehen, miteinander reden, eine Bühne lesen und im richtigen Moment entscheiden gehören genauso dazu. Gerade die Zusammenarbeit mit sehr unterschiedlichen Menschen und ihrer ganz eigenen Sicht auf den Tanz macht das Thema immer wieder neu.
Zu diesen Dingen möchte ich hier nach und nach mehr zusammentragen: Erfahrungen, Beispiele, Stories und auch Dinge, die nicht funktioniert haben.
→ Was ist Audition-Fotografie?
→ Wie bereite ich mich als Tänzerin oder Tänzer auf ein Shooting vor?
→ Wie wird aus einem Tanzstudio ein Fotostudio?
Auch auf meinem YouTube-Kanal zur Tanzfotografie gibt es etliche kleine Videos, die unterschiedliche Arten der Tanzfotografie zeigen.
Und wenn Ihnen beim Lesen eine Frage einfällt, auf die ich hier noch nicht eingegangen bin: Schreiben Sie mir gerne. Vielleicht wird daraus die nächste Story oder ein neues Thema auf dieser Seite.
Diese Reihe wird hier durch Stories und Informationen immer mal wieder ergänzt.